5 Die Schule ohne Klassen - Verrückte Idee oder Zukunft des Lernens?
Show notes
Eine Schule ohne klassischen Unterricht
Die alte Idee von Schule
Fehler als Teil des Lernens
Lernen für eine neue Welt
Freiheit braucht Verantwortung
Schule als Lebensraum
Show transcript
00:00:04: Willkommen zu diesem Podcast.
00:00:04: Heute geht es um eine Schule, die vieles abgeschafft hat was wir normalerweise für Selbstverständlichkeiten keine Klassen, keine Fächer kein Stundenplan.
00:00:18: und trotzdem lernen die Jugendlichen dort erfolgreich oder vielleicht gerade deshalb.
00:00:24: diese Schule heißt Agora und liegt im niederländischen Römund direkt an der deutschen Grenze.
00:00:33: Als ich zum ersten Mal davon gehört hatte, dachte ich sofort das ist eine geniale Zukunftidee oder einfach nur pädagogischer Wahnsinn.
00:00:45: Doch je tiefer man hineinschaut desto deutlicher wird hier geht es nicht nur um Schule.
00:00:53: Hier geht es um ein völlig anderes Menschenbild.
00:00:57: Die Geschichte beginnt mit seinen Mädchen.
00:01:00: Lea Sophie und Mehl sitzen zusammen und beschäftigen sich mit einem Zauberwürfel.
00:01:08: Lea Sophie löst ihn in wenigen Minuten, Mehl versteht es noch nicht!
00:01:14: Und nun passiert etwas Interessantes.
00:01:17: Keine Lehrkraft kommt nach vorne, kein Klingeln unterbricht die Stunde.
00:01:23: Niemand sagt jetzt bitte Mathematikbuch Seite forty-seven.
00:01:30: Stattdessen erklärt Lea Sophia geduldig weiter immer wieder bis Mehl langsam versteht.
00:01:39: Nicht weil es im Lehrplan steht, sondern weil echtes Interesse entstanden ist.
00:01:45: Vielleicht beginnt Lernen genau dort – nicht beim Zwang, sondern bei Neugier!
00:01:52: Die Agora-Schule funktioniert völlig anders als die meisten Schulen, die wir kennen.
00:01:58: Es gibt keine festen Unterringsfächer.
00:02:02: Die Jugendlichen arbeiten an sogenannten Challenges.
00:02:06: Jetzt müsste man natürlich liederländisch verstehen oder aussprechen können, es sind aber Herausforderungen.
00:02:13: Diese Schalinge kann klein sein nur eine Stunde dauern oder sie begleiten jemanden über Monate.
00:02:24: Eine Schülerin baut ein Schachbritt andere entwickeln Software eine Gruppe baut sogar einen Teenie aus.
00:02:33: die Jugendlichen bewegen sich frei durch die Schule.
00:02:37: Sie holen Material, sprechen mit Coaches, arbeiten allein oder gemeinsam.
00:02:45: Lehrkräfte heißen hier nicht Lehrer sondern Coaches.
00:02:49: Ihre Aufgabe ist nicht in erster Linie Wissen abzufüllen, sondern Menschen beim Lernen zu begleiten.
00:02:58: Das klingt zunächst chaotisch und wahrscheinlich denken viele sofort aber lernen die Kinder überhaupt genug?
00:03:06: Genau diese Frage steht im Raum.
00:03:09: Der Mitbegründer Rob Hugen erzielte eine einfache Geschichte.
00:03:14: Seine kleine Tochter wollte Fahrradfahren lernen, nach wenigen Tagen konnte sie es.
00:03:21: ein Nachbar sah das und zwang darauf hin sein Sohn jeden Tag zu üben.
00:03:27: Das Ergebnis der Junge lernte es nicht und begann Fahrrad fahren zu hassen.
00:03:34: Und genau hier setzt die Kritik der Agora Schule an Und das Schülsystem behandelt oft alle Kinder gleich.
00:03:43: Gleiches Alter, gleiches Tempo, gleicher Stoff.
00:03:48: Die schnelleren langweilen sich die langsam erleben ständig Misserfolge und viele beginnen irgendwann zu glauben ich bin dumm.
00:03:59: Dabei sind Menschen nicht alle gleich gebaut.
00:04:02: In der Schule steht ein ungewöhnlicher Tisch.
00:04:10: Mehrfach scheiterte das Projekt.
00:04:13: Einmal fiel alles auseinander, ein anderes Mal passte der Tisch nicht in den Aufzug und trotzdem machten die Jugendlichen weiter.
00:04:23: In vielen Schulen wären Scheitern sofort negativ bewertet worden – schlechte Noten Abwertung oder Korrektur.
00:04:32: Doch Agora versucht etwas anderes.
00:04:36: Fehler gelten dort nicht als Markel sondern als Teil des Lernprozesses.
00:04:42: Das ist ein entscheidender Unterschied, denn wer Angst vor Fehlern hat vermeidet oft Neues.
00:04:51: Wer dagegen ermutigt wird entwickelt Mut und Mut ist vielleicht wichtiger als auswendig lernen.
00:04:58: Diagora-Schule stellt eine unbequeme Frage Bereiten unsere Schulen Kinder wirklich auf die Zukunft vor?
00:05:07: Oder bereiten sie Sie nur darauf vor Anweisung zu befolgen.
00:05:13: Die Welt verändert sich schnell, künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Aufgaben.
00:05:20: Maschinen rechnen schneller Programme schreiben Texte Computer analysieren Daten.
00:05:29: Wenn Wissen derzeit verfügbar ist was wird dann eigentlich wichtig?
00:05:36: Viele Bildungsforscher sagen Kreativität Teamfähigkeit, Empathie, Selbstständiges Denken.
00:05:46: Doch genau diese Fähigkeiten kommen im klassischen Unterricht zu kurz.
00:05:51: Denn man kann nicht jahrelang sagen bleibt still macht genau das Vorgegebene und später plötzlich verlangen sei kreativ denkfrei selbstständig.
00:06:04: Agora ist allerdings keine anarchische Wohlfühlschule.
00:06:09: Das ist wichtig zu verstehen.
00:06:11: Es gibt Verbindlichkeiten, die Coaches dokumentieren gemeinsam mit den Jugendlichen den Lehrprozess.
00:06:19: Sie beobachten wo liegen Stärken?
00:06:23: Wo entstehen Interessen?
00:06:25: Wo braucht jemand Unterstützung?
00:06:28: Es geht also nicht darum Kinder einfach sich selbst überlassen.
00:06:32: Auch Bildungsforscher waren davor Denn echtes Lernen braucht Begleitung.
00:06:39: Freiheit allein genügt nicht.
00:06:42: Menschen brauchen Beziehung, Orientierung Vertrauen.
00:06:47: Vielleicht liegt genau dort der entscheidende Punkt Nicht Kontrolle oder völlige Freiheit Sondern eine neue Form von Beziehungen.
00:06:58: Wenn man die Agora Schule beschreibt Klingt sie eher wie eine Mischung aus Werkstatt, Café Universität oder Kreativlabour.
00:07:11: Es gibt offene Räume, Kletterwände, Besprechungsräume und Werkstätten.
00:07:18: Der Mitbegründer sagt sogar eine Schule sollte eine Mischung sein aus Harwart ein buddhistischen Tempel einen Marktplatz Ein kreativlabor und Disneyland.
00:07:32: Das klingt fast verrückt Und trotzdem spürt man dahinter eine wichtige Idee Lernen soll nicht nur funktionieren, lernen soll lebendig sein.
00:07:45: Vielleicht liegt das größte Problem unseres Schulsystems nicht im Lehrplan sondern im Menschenbild.
00:07:53: Viedelschulen fragen zuerst wie bringen wir Stoff in Kindern hinein?
00:08:00: Aber vielleicht müsste die Frage lauten Wie entsteht überhaupt echtes Interesse?
00:08:06: denn niemand lernt intensiv wenn Angst Druck oder Beschämung dominieren.
00:08:13: Menschen lernen besonders dort intensiv, wo sie Bedeutung erleben, wo Sie gesehen werden und wo Lern mit Leben verbunden ist.
00:08:24: Am Ende bleibt besonders die Geschichte von Lia Sophie – sie galt als hochbegabt und wurde an früheren Schulen gehänselt.
00:08:35: In Agora fühlte sie sich akzeptiert nicht weil dort alles perfekt sondern weil anders sein dort kein Fehler ist.
00:08:44: Vielleicht ist das genau die eigentliche Revolution?
00:08:49: Nicht der fehlende Stundenplan, nicht die offenen Räume oder die Tablets, sondern die Idee dass Bildung beim Menschen beginnt und nicht beim System.
00:09:03: vielleicht wird nicht jede Schule dazukommt aussehen wie Agora Und sicher ist auch dieses Modell für jeden Menschen gleich geeignet, aber die entscheidende Frage bleibt.
00:09:17: Wie viele Fähigkeiten gehen verloren?
00:09:20: Weil wir Kinder zu früh normieren.
00:09:24: Vielleicht brauchen wir weniger Schulen, die Menschen sortieren und mehr Schulen die Menschen entdecken.
00:09:33: Danke fürs Zuhören!
00:09:36: Wenn nicht dieses Thema interessiert dann lohnt sich ein Blick auf neue Bildungswege Alternative Lernkonzepte und die Frage, wie müsste Schule aussehen wenn Beziehung wichtiger wäre als große Anpassung?
00:09:54: Bis zur nächsten Folge.
00:09:56: Ihr Hans-Jachim Techner.
New comment