5 Auguste Forel "Wissenschaft und Seele"

Show notes

a) Was bleibt von Forel? "

b) moderne Psychlogie

c) Neurowissenschaft

d) Spiritualität und Wissenschaft heute

Show transcript

00:00:03: Willkommen zur fünften und letzten Folge unserer Podcast-Reihe über August Forell.

00:00:11: In den vergangenen Episoden haben wir den berühmten Schweizer Psychiater, Hirnforscher, Sozialreformer und Ameisenforschern kennengelernt.

00:00:22: Wir haben gesehen wie er die Psychiatrie beeinflusste Wie er gegen Alkoholismus kämpfte Wie er sich für sozial Reform einsetzte und zugleich Vorstellungen vertrat, die wir heute kritisch betrachten müssen.

00:00:40: Doch heute geht es um etwas anderes.

00:00:44: Heute geht es über vielleicht eine wichtigste Frage seines Lebens.

00:00:49: Was geschieht mit einem Menschen wenn sein Wissen nicht mehr ausreicht?

00:00:56: Was geschht in Wissenschaftler der Jahrhundertelang versucht hat die Welt zu erklären plötzlich spürt, dass es Fragen gibt die sich nicht mit dem Mikroskop beantworten lassen.

00:01:14: Denn genau das geschah August Vorrell.

00:01:19: Als Vorrell älter wurde hatte er eigentlich alles erreicht.

00:01:24: Er war berühmt Bekannt Er war Professor Seine Bücher wurden gelesen Und seine Forschung wurde weltweit respektiert und die Schweiz verehrte ihn.

00:01:38: Viele Menschen hätten an seiner Stelle gesagt, ich habe verstanden wie die Welt funktioniert – doch Forell gehörte nicht zu diesen Menschen!

00:01:50: Je älter er wurde, desto deutlicher erkannte er die Grenzen seines eigenen Denkens.

00:01:56: Er hatte Gehirne untersucht, Nervenbahnen erforscht und er hatte psychiatrische Erkrankungen analysiert.

00:02:06: Aber eine Frage blieb Was ist eigentlich der Mensch?

00:02:12: Nicht der Körper, das Gehirn.

00:02:14: Sondern der Mensch!

00:02:17: Das neunzehnte Jahrhundert war das Jahrhunderte Wissenschaft.

00:02:21: Viele Glocken damals – bald werde alles erklärt sein.

00:02:26: Religion verschwinden….

00:02:28: die Wissenschaft werde alle Antworten

00:02:31: liefern.".

00:02:33: Auch Forell dachte lange in diese Richtung.

00:02:36: Doch dann sah er etwas ….

00:02:39: Die Wissenschaft wurde immer mächtiger, aber die Menschheit wurde nicht automatisch besser.

00:02:48: Europa verfügte über Universitäten Forschung Technik Industrialisierung und trotzdem entstand Nationalismus Hass Gewalt Krieg.

00:03:03: Die Menschheit wusste mehr denn sie Aber wurde sie dadurch weiser?

00:03:10: Diese Frage begann Forell zu beschäftigen.

00:03:14: Forell hatte sein Leben lang das Gehirn untersucht, doch irgendwann erkannte Er, selbst wenn wir jeden Herfen Zelle kennen würden, wäre damit die Frage nach Liebe noch nicht beantwortet.

00:03:31: Selbst wenn wir jedem Gedanken messen könnten, wäre dann mit der Frage nach Wahrheit doch nicht

00:03:38: beantwortet.".

00:03:39: selbst wenn wir jedes Monocül des Krabbers verstehen würden, wäre damit die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantwortet.

00:03:50: Der Mensch war mehr als eine biologische Maschine – zumindest begann Forell dies immer stärker zu vermuten.

00:03:59: und hier beginnt der spannendste Teil seines Lebens.

00:04:03: Forell wurde nicht plötzlich religiös, hatte keine Vision, keine Erscheinung Kein Bekehrung im klassischen Sinn.

00:04:14: Sein Wandel war viel stiller, er begann zu suchen nicht nach neuen Fakten sondern nach Zusammenhängen.

00:04:24: Er suchte eine Weltanschauung die Wissenschaft ernst nimmt aber den Menschen nicht auf Materie reduziert.

00:04:34: Eine Weltanschauung die Vernunft respektiert Aber auch Mitgefühl die Fortschritt ermöglicht, aber die Würde des Menschen schützt.

00:04:47: In dieser Zeit begegnete Forell die leeren Baolas und etwas daran faszinierten ihn – nicht zuerst der religiösen Aussagen sondern die gesellschaftliche Vision eine Menschheit, eine Welt, einer gemeinsame Zukunft keine Überlegenheit von Nationen oder von Rassen.

00:05:15: Kein Feindbild zwischen Regionen, keine Trennung von Wissenschaft und Glauben.

00:05:22: Für ein Mann der sein ganzes Leben nach Ordnung gesucht hatte war dies ein neuer Gedanke.

00:05:31: Vielleicht entsteht wahre Ordnung nicht durch Kontrolle?

00:05:35: Vielleicht entstehen sie durch Einheit?

00:05:39: Gerade hier liegt die große Ironie!

00:05:42: Der junge Forell hat geglaubt Menschen biologisch einordnen zu können.

00:05:48: Der alte Forel interessierte sich zunehmend für die Einheit der Menschheit.

00:05:55: Der junge Forel suchte Unterschiede, der alte Forell suchte Verbindung.

00:06:02: Der Junge Forel vertraugte vor allem dem Verstand.

00:06:07: Der Alte Forel will dann nach Weisheit suchen.

00:06:11: Das macht sein Geissingwandel so bemerkenswert!

00:06:14: Eine Frage ließ sie nicht mehr los, die Frage nach der Seele.

00:06:20: Für einen Hirnforscher war das eine schwierige Frage, denn alles schien mit dem Gehirn verbunden – Gedächtnis, Denken, Fühlen, Wahrnehmung.

00:06:33: und doch blieb ein Rätsel!

00:06:36: Wer ist es ich, dass denkt?

00:06:40: Wer ist der Beobachter hinter den Gedanken?

00:06:44: Und wer ist der Mensch hinter den Nervenzellen?

00:06:48: Forell suchte keine einfache Antworten, aber er begann zu akzeptieren dass die Frage berechtigt war.

00:06:58: Wichtig ist, Forel gab seine wissenschaftliche Haltung niemals auf.

00:07:04: Er wurde kein Gegner der Wissenschaft im Gegenteil.

00:07:09: Er blieb Wissenschaftler bis zuletzt doch er begannen zu glauben das Wissenschaft und Spiritualität keine Feinde sein müssen.

00:07:20: Vielleicht sind sie zwei unterschiedliche Werkzeuge, um dieselbe Wirklichkeit zu betrachten?

00:07:28: Die eine erforscht das wie die andere fragt nach dem warum.

00:07:34: Was bleibt also von ihm – die Forschung?

00:07:37: Ja auf jeden Fall.

00:07:39: Seine Beiträge türbt.

00:07:40: Psychiatrie natürlich!

00:07:42: Sein Einsatz gegen Algolismus?

00:07:45: ganz sicher.

00:07:46: Seine Armeisenforschung?

00:07:48: Ja, selbstverständlich.

00:07:50: Aber vielleicht bleibt noch etwas anderes!

00:07:53: Vielleicht bleibt die Geschichte eines Menschen der den Mut hatte seine eigenen Überzeugungen zu hinterfragen – eines Menschen dem Alter nicht aufhörte zu lernen, eines Menschen, der bereit war neue Fragen zuzulassen.

00:08:12: Am Ende seines Lebens stand forell an einer Schwelle hinter ihm Lagen, Wissenschaft, Forschung, Ruhe und gesellschaftliche Anerkennung.

00:08:23: Vor ihm lagen Fragen über Bewusstsein, Seele, Gott, Menschlichkeit und die Zukunft der Menschheit.

00:08:35: Und genau in dieser Phase seines Lebens erhielt er ein Brief – Ein Brief, der bis heute Menschen auf der ganzen Welt beschäftigt.

00:08:47: von einem Wissenschaftler geschrieben wurde, sondern von ein Mann dem Baha'i als einen der großen Lehrer der Menschheit betrachten.

00:08:57: Abdul Bahar.

00:08:59: Dieser Brief ging in die Geschichte ein als Der Brief an Forel.

00:09:04: Es ist wirklich ein interessantes Buch.

00:09:07: es lohnt sich dieses Buch zu lesen.

00:09:09: In ihm werden Fragen behandelt Die bis heute aktuell sind Ist der Mensch mehr als sein Gehirn?

00:09:17: Gibt es eine Seele?

00:09:20: Kann Wissenschaft allein die Wirklichkeit erklären?

00:09:24: Gibt das Hinweise auf die geistige Dimension des Lebens, wie können Wissenschaft und Religion zusammenwirken.

00:09:35: Es sind Fragen, die forell bewegten – und vielleicht bewegen sie uns auch heute noch!

00:09:42: Deshalb werden wir in der nächsten Podcast-Folge nicht mehr über August Forel sprechen Sondern mit ihm, denn der Brief an Forel ist gewissermaßen ein Dialog zwischen Zweiewelten, zwischen Wissenschaft und Spiritualität.

00:10:01: Zwischen Analyse und Sinnsuche – zwischen Verstand und Herz.

00:10:09: August Forel starb in den Jahren von dem Jahrzehnten.

00:10:13: Doch die Fragen, um die ihn am Ende seines Lebens beschäftigten, sind nicht gestorgen!

00:10:21: Vielleicht sind Sie heute wichtiger denn je.

00:10:25: Denn wir leben in einer Zeit, die ungeheures Wissen besitzt – aber noch immer nach Weisheit sucht!

00:10:34: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge!

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