5. Folge : Vom Wissen zur Weisheit

Show notes

Kinder fragen:
Warum?
Sie probieren aus. Sie machen Fehler. Sie versuchen es noch einmal.
Doch was geschieht mit dieser ursprünglichen Neugier, wenn Lernen zunehmend bedeutet, die erwartete richtige Antwort zu geben?
Diese Folge handelt von Kreativität, eigenen Fragen und der Bedeutung von Fehlern. Kreativität ist dabei weit mehr als Kunst. Wissenschaftler, Handwerker, Ingenieure und Menschen in alltäglichen Konflikten brauchen sie, wenn bekannte Lösungen nicht mehr ausreichen.
Gerade für eine Zukunft, deren Probleme wir heute noch nicht kennen, brauchen junge Menschen mehr als gespeichertes Wissen:
Sie müssen lernen, selbst zu denken.
Doch am Ende entsteht eine weitere Frage: Ein Mensch kann intelligent und äußerst kreativ sein – aber wofür setzt er seine Fähigkeiten ein?
Leitfrage:
Brauchen wir Menschen mit den richtigen Antworten – oder Menschen, die auch neue Fragen stellen können?

Show transcript

Podcast-Reihe: Vom Wissen zur Weisheit

Folge 5: Kreativität entsteht dort, wo Denken erlaubt ist

Einleitung – Wer hat eigentlich die richtige Antwort?

Erinnern wir uns an unsere Schulzeit.

Eine Lehrerin oder ein Lehrer stellt eine Frage.

Einige Hände gehen nach oben.

Ein Schüler wird aufgerufen.

Er antwortet.

Und dann kommt der Satz:

„Richtig.“

Oder:

„Leider falsch.“

Wir kennen dieses Prinzip.

Es hat durchaus seinen Sinn.

Zwei plus zwei ergibt vier und nicht fünf.

Paris ist die Hauptstadt Frankreichs.

Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Es gibt Wissen, bei dem wir zwischen richtig und falsch unterscheiden müssen.

Aber was geschieht, wenn wir dieses Prinzip auf unser gesamtes Denken übertragen?

Wenn junge Menschen allmählich lernen:

Zu jeder Frage gibt es eine richtige Antwort – und meine Aufgabe besteht darin, herauszufinden, welche Antwort der Lehrer hören möchte.

Dann könnte etwas verloren gehen, das wir dringend benötigen:

der eigene Gedanke.

Und genau darum geht es heute.

Um Kreativität.

Um selbstständiges Denken.

Um Fehler.

Um Neugier.

Und um die Freiheit, eine Frage zu stellen, auf die vielleicht noch niemand eine fertige Antwort besitzt.

Kreativität ist mehr als Kunst

Wenn wir das Wort Kreativität hören, denken viele zunächst an Malerei.

Musik.

Literatur.

Theater.

Vielleicht an ein Kind, das ein Bild malt.

Aber Kreativität ist viel mehr.

Ein Handwerker steht vor einem Problem, für das die übliche Lösung nicht funktioniert.

Er muss eine neue finden.

Das ist Kreativität.

Eine Wissenschaftlerin beobachtet etwas, das nicht zu den bisherigen Erklärungen passt.

Sie entwickelt eine neue Hypothese.

Das ist Kreativität.

Ein Ingenieur sucht nach einer Möglichkeit, mit weniger Material dieselbe Stabilität zu erreichen.

Das ist Kreativität.

Zwei Menschen befinden sich in einem Konflikt und stellen plötzlich fest:

Vielleicht gibt es nicht nur meine Lösung und deine Lösung.

Vielleicht können wir eine dritte finden.

Auch das ist Kreativität.

Kreativität bedeutet deshalb nicht einfach, etwas Schönes zu erschaffen.

Kreativität bedeutet, über das bereits Bekannte hinausdenken zu können.

Kehren wir noch einmal zum neugierigen Kind zurück

In Folge 1 haben wir ein kleines Kind beobachtet.

Es wirft einen Gegenstand auf den Boden.

Wir heben ihn auf.

Es wirft ihn wieder herunter.

Und noch einmal.

Und noch einmal.

Warum?

Weil es experimentiert.

Das Kind weiß noch nicht, wie ein Experiment aufgebaut wird.

Es kennt keine wissenschaftliche Methodik.

Aber es tut etwas Entscheidendes:

Es probiert aus.

Was geschieht, wenn ich das mache?

Was geschieht, wenn ich es noch einmal mache?

Was verändert sich?

Dieses Kind besitzt noch etwas, das für kreatives Denken von unschätzbarem Wert ist:

Es hat keine Angst davor, dass seine Frage dumm sein könnte.

Es möchte wissen.

Die Kraft des „Warum?“

Dann beginnt die Zeit der Fragen.

Warum ist der Himmel blau?

Warum regnet es?

Warum muss ich schlafen?

Warum kann ein Vogel fliegen?

Warum darf ich das nicht?

Warum?

Warum?

Warum?

Für Erwachsene kann diese Phase anstrengend sein.

Aber für das Denken des Kindes ist sie von großer Bedeutung.

Denn mit jedem Warum? geschieht etwas:

Das Kind akzeptiert die Welt nicht einfach so, wie sie erscheint.

Es sucht nach Zusammenhängen.

Vielleicht sollten wir deshalb eine interessante Frage stellen:

Was geschieht mit diesem „Warum?“ im Laufe eines Bildungsweges?

Wird es stärker?

Wird es differenzierter?

Oder wird es irgendwann ersetzt durch:

„Was muss ich dafür lernen?“

und schließlich:

„Kommt das in der Prüfung dran?“

Genau hier berühren sich Kreativität und Bildung.

Die richtige Antwort und die gute Frage

Wir investieren in Schule verständlicherweise viel Zeit darin, Kindern richtige Antworten beizubringen.

Aber vielleicht investieren wir zu wenig Zeit darin, ihnen zu helfen, gute Fragen zu entwickeln.

Dabei beginnt fast jede bedeutende Erkenntnis mit einer Frage.

Warum geschieht etwas?

Muss es so sein?

Was würde passieren, wenn wir es anders versuchen?

Welche Erklärung könnte es noch geben?

Was haben wir übersehen?

Eine gute Frage öffnet einen Raum.

Eine fertige Antwort schließt ihn zunächst.

Wir brauchen beides.

Aber eine Bildung, die nur Antworten vermittelt, läuft Gefahr, Menschen hervorzubringen, die hervorragend auf bekannte Fragen antworten können – aber unsicher werden, sobald ihnen ein Problem begegnet, für das es noch keine bekannte Antwort gibt.

Und genau solche Probleme werden die kommenden Generationen lösen müssen.

Wir kennen die Fragen der Zukunft noch nicht

Das ist vielleicht eine der größten Herausforderungen von Bildung.

Wir bilden heute junge Menschen für eine Zukunft aus, die wir selbst nicht kennen.

Technologien verändern sich.

Berufe verändern sich.

Unsere Kommunikation verändert sich.

Künstliche Intelligenz verändert bereits heute die Art, wie Informationen gesucht, verarbeitet und erzeugt werden.

Gleichzeitig stehen wir vor großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen.

Wir können jungen Menschen deshalb nicht einfach sämtliche Antworten für ihr zukünftiges Leben mitgeben.

Viele dieser Antworten existieren heute noch gar nicht.

Was können wir ihnen dann mitgeben?

Vielleicht etwas viel Grundsätzlicheres:

die Fähigkeit, selbst zu denken.

Probleme zu erkennen.

Fragen zu stellen.

Informationen zu prüfen.

Zusammenhänge herzustellen.

Mit anderen zusammenzuarbeiten.

Und neue Lösungswege zu entwickeln.

Damit bekommt Kreativität plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Sie ist keine nette Zugabe zur Bildung.

Sie wird zu einer Voraussetzung dafür, mit einer unbekannten Zukunft umgehen zu können.

Aber kreatives Denken braucht Freiheit

Damit kommen wir zu einem schwierigen Begriff:

Freiheit.

In Folge 4 haben wir beim Dalton-Konzept bereits gesehen, dass Freiheit nicht bedeutet:

„Jeder macht, was er will.“

Freiheit braucht einen Rahmen.

Und sie braucht Verantwortung.

Aber ohne einen gewissen Freiraum kann kaum etwas Neues entstehen.

Wenn bei einer Aufgabe jeder Schritt bereits vorgegeben ist,

wenn das Ergebnis feststeht,

wenn der Lösungsweg feststeht

und wenn am Ende nur geprüft wird, ob exakt dieser Lösungsweg eingehalten wurde,

dann kann ein Schüler lernen, Anweisungen sehr gut auszuführen.

Das kann wichtig sein.

Aber es ist noch kein kreatives Denken.

Kreativität beginnt häufig mit:

„Was wäre, wenn …?“

Was wäre, wenn ich einen anderen Weg versuche?

Was wäre, wenn unsere bisherige Annahme falsch ist?

Was wäre, wenn es noch eine dritte Lösung gibt?

Dafür braucht ein Mensch einen Raum, in dem er denken darf.

Und dann passiert etwas Unvermeidliches: Wir machen Fehler

Wer etwas Neues ausprobiert, weiß vorher nicht sicher, ob es funktioniert.

Deshalb gehört zum kreativen Denken etwas, das wir häufig möglichst vermeiden möchten:

der Fehler.

In einem klassischen Prüfungssystem ist ein Fehler zunächst etwas Negatives.

Für eine falsche Antwort gibt es keinen Punkt.

Vielleicht gibt es einen roten Strich.

Bei mehreren Fehlern wird die Note schlechter.

Das ist nachvollziehbar.

Eine Prüfung muss unterscheiden können, was beherrscht wird und was nicht.

Aber wenn ein Kind daraus eine allgemeinere Botschaft lernt:

„Fehler sind schlecht.“

entsteht ein Problem.

Denn dann kann eine vernünftige Strategie lauten:

Mach lieber nichts, bei dem du dich irren könntest.

Und genau das ist das Gegenteil von kreativem Denken.

Der Fehler als Information

Vielleicht sollten wir einen Fehler deshalb anders betrachten.

Nicht:

„Du hast versagt.“

Sondern zunächst:

„Interessant. Warum hat das nicht funktioniert?“

Der Fehler enthält eine Information.

Er zeigt uns:

Dieser Weg hat unter diesen Bedingungen nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.

Nun können wir fragen:

Warum?

Was habe ich übersehen?

Welche Annahme war falsch?

Was müsste ich verändern?

Das bedeutet natürlich nicht, Fehler schönzureden.

Wenn eine Brücke falsch berechnet wurde, genügt es nicht zu sagen:

„Fehler sind eine Lernchance.“

Die Brücke muss sicher sein.

Es bedeutet auch nicht, dass wir denselben Fehler endlos wiederholen sollten.

Ein Fehler wird erst dann pädagogisch wertvoll, wenn wir ihn untersuchen.

Der Fehler allein lehrt uns noch nichts.

Erst das Nachdenken über ihn kann Erkenntnis hervorbringen.

Fehler machen dürfen – und Verantwortung übernehmen

Hier begegnen wir wieder einem Gedanken aus Folge 4.

Freiheit und Verantwortung gehören zusammen.

Ein Schüler braucht die Freiheit, einen eigenen Lösungsweg auszuprobieren.

Aber er sollte auch lernen, das Ergebnis zu prüfen.

Hat es funktioniert?

Warum?

Welche Folgen hatte meine Entscheidung?

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Damit verändert sich die Bedeutung des Fehlers.

Er ist weder eine Katastrophe noch etwas Gleichgültiges.

Er wird Teil eines Lernprozesses.

Und vielleicht entsteht daraus eine wichtige geistige Eigenschaft:

der Mut, einen eigenen Gedanken zu wagen.

Was geschieht, wenn wir Angst vor Fehlern haben?

Stellen wir uns einen Schüler vor, der eine ungewöhnliche Idee hat.

Er ist sich aber nicht sicher.

Vielleicht ist sie falsch.

Vielleicht lachen die anderen.

Vielleicht reagiert der Lehrer ablehnend.

Was macht er?

Er schweigt.

Und jetzt stellen wir uns dieselbe Situation in einer Umgebung vor, in der jemand sagt:

„Interessanter Gedanke. Erklär uns, wie du darauf gekommen bist.“

Vielleicht stellt sich heraus:

Die Idee war falsch.

Aber der Gedankengang war interessant.

Vielleicht führt gerade dieser falsche Gedankengang zu einer neuen Frage.

Oder ein anderer Schüler greift einen Teil davon auf.

Plötzlich entsteht ein Gespräch.

Genau hier wird Schule zu mehr als einem Ort der Wissensübertragung.

Sie wird zu einem Denkraum.

Kreativität braucht Beziehung

Und damit kehren wir zu einem Thema zurück, das uns schon lange begleitet.

Beziehung.

Ein Mensch denkt freier, wenn er sich sicher fühlt.

Wenn eine ungewöhnliche Frage nicht sofort lächerlich gemacht wird.

Wenn ein Fehler nicht bedeutet, als Mensch abgewertet zu werden.

Wenn Widerspruch erlaubt ist.

Wenn ein Lehrer sagen kann:

„Das weiß ich auch nicht. Lass es uns herausfinden.“

Was für ein bemerkenswerter Satz das sein kann.

Ein Lehrer verliert dadurch nicht seine Autorität.

Vielleicht gewinnt er eine andere Form von Autorität.

Er zeigt:

Wissen bedeutet nicht, auf alles eine Antwort zu haben.

Wissen bedeutet auch, gemeinsam nach einer Antwort suchen zu können.

Damit sind wir wieder sehr nah an unserem Ausgangspunkt:

Lehren oder belehren?

Selbstständig denken heißt nicht: alles ablehnen

Hier ist eine Unterscheidung wichtig.

Kritisches und kreatives Denken bedeutet nicht, grundsätzlich gegen alles zu sein.

Es bedeutet auch nicht:

„Meine Meinung ist genauso richtig wie jede andere.“

Selbstständiges Denken braucht Wissen.

Es braucht Fakten.

Es braucht Argumente.

Es braucht die Bereitschaft, die eigene Meinung zu überprüfen.

Ein wirklich selbstständig denkender Mensch müsste deshalb zwei Dinge können:

Er muss den Mut haben, einer Mehrheit zu widersprechen, wenn gute Gründe dafür sprechen.

Aber er muss ebenso den Mut haben, die eigene Meinung zu ändern, wenn die besseren Argumente auf der anderen Seite liegen.

Das ist anspruchsvoll.

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Bildungsaufgaben überhaupt.

Kreativität und Zusammenarbeit

Wir denken beim kreativen Menschen häufig an das einzelne Genie.

Einen Menschen, der plötzlich die große Idee hat.

Aber viele neue Ideen entstehen im Austausch.

Einer sagt etwas.

Ein anderer widerspricht.

Ein Dritter verbindet zwei Gedanken miteinander.

Jemand stellt eine Frage, auf die vorher niemand gekommen ist.

Und plötzlich entsteht etwas Neues.

Damit bekommt auch die Zusammenarbeit aus Folge 4 eine neue Bedeutung.

Andere Menschen sind nicht nur Konkurrenten.

Sie können mein Denken erweitern.

Ein anderer Mensch sieht möglicherweise etwas, das ich nicht sehe.

Er hat andere Erfahrungen.

Andere Fähigkeiten.

Andere Fragen.

Kreativität kann deshalb auch ein gemeinschaftlicher Prozess sein.

Vom Wissen zur Kreativität

Nun können wir die bisherigen Folgen miteinander verbinden.

Wir brauchen Wissen.

Ohne Wissen fehlt uns Material zum Denken.

Wir brauchen Verständnis.

Sonst erkennen wir keine Zusammenhänge.

Wir brauchen Erfahrung.

Sie verbindet unser Wissen mit der Wirklichkeit.

Aber dann braucht es noch etwas:

die Fähigkeit, das Vorhandene neu miteinander zu verbinden.

Vielleicht ist das ein wesentlicher Teil von Kreativität.

Nicht aus dem Nichts etwas erschaffen.

Sondern Bekanntes anders sehen.

Eine neue Verbindung entdecken.

Eine alte Frage neu stellen.

Einen Lösungsweg finden, den vorher niemand versucht hat.

Aber Kreativität allein genügt nicht

Und nun kommen wir an einen Punkt, der für unsere Reihe entscheidend ist.

Stellen wir uns einen hochintelligenten, kreativen Menschen vor.

Er kann Probleme lösen.

Er entwickelt neue Technologien.

Er findet Wege, die anderen nicht eingefallen sind.

Ist das automatisch gut?

Nein.

Denn Kreativität beantwortet noch nicht die Frage:

Wofür setze ich meine Fähigkeiten ein?

Ein Mensch kann seine Intelligenz nutzen, um anderen zu helfen.

Er kann sie aber auch nutzen, um andere zu manipulieren.

Technisches Wissen kann Krankheiten heilen.

Es kann aber auch Waffen hervorbringen.

Psychologisches Wissen kann Menschen helfen, sich selbst besser zu verstehen.

Es kann aber ebenso dazu benutzt werden, Menschen gezielt zu beeinflussen.

Damit stoßen wir erneut auf eine Grenze.

Wissen sagt noch nicht, wofür wir Wissen einsetzen.

Und auch Kreativität sagt noch nicht, welchem Ziel sie dienen soll.

Die entscheidende Frage: Wozu?

Vielleicht haben wir deshalb bisher eine Frage zu wenig gestellt.

Wir haben gefragt:

Was weiß ich?

Wir haben gefragt:

Was habe ich verstanden?

Wir haben gefragt:

Was kann ich daraus Neues entwickeln?

Jetzt müssen wir fragen:

Wozu?

Wozu benutze ich mein Wissen?

Wozu benutze ich meine Kreativität?

Wem dient meine Fähigkeit?

Nur mir?

Einer Gemeinschaft?

Der Gesellschaft?

Vielleicht sogar zukünftigen Generationen?

Spätestens hier können wir Bildung nicht mehr von Verantwortung trennen.

Denn ein Mensch kann hervorragend ausgebildet, intelligent und kreativ sein – und trotzdem Entscheidungen treffen, die anderen Menschen schaden.

Das Samenkorn wächst weiter

Erinnern wir uns noch einmal an unser Samenkorn.

In Folge 1 haben wir Wissen erworben.

In Folge 2 haben wir gefragt, ob es genügt, Wissen zu besitzen.

In Folge 3 wurde aus Wissen Verstehen und Erkenntnis.

In Folge 4 haben wir gefragt, welche Lernumgebung Menschen dabei unterstützen kann, Wissen selbstständig zu erwerben und dabei Verantwortung und Zusammenarbeit zu entwickeln.

Heute haben wir gesehen:

Das Samenkorn braucht auch Raum zum Wachsen.

Neugier.

Freiheit.

Fehler.

Fragen.

Erfahrung.

Austausch.

Und den Mut, einen eigenen Gedanken zu entwickeln.

Aber selbst wenn daraus eine kräftige Pflanze wird, bleibt eine entscheidende Frage:

Welche Früchte trägt sie?

Denn Bildung zeigt sich vielleicht nicht allein darin, was ein Mensch weiß.

Nicht allein darin, wie intelligent er ist.

Und auch nicht allein darin, wie kreativ er denken kann.

Entscheidend wird irgendwann:

Was macht er mit all diesen Fähigkeiten?

Und damit öffnet sich die Tür zur nächsten Folge.

Folge 6: Wissen in Handlung verwandeln

Wir wissen oft, was richtig wäre.

Wir haben es verstanden.

Vielleicht haben wir es sogar als richtig erkannt.

Und trotzdem tun wir etwas anderes.

Warum?

Was fehlt zwischen:

„Ich weiß es“

und

„Ich tue es“?

Vielleicht kommen wir genau dort den Eigenschaften näher, die aus einem wissenden Menschen einen verantwortungsvoll handelnden Menschen machen.

Und vielleicht kommen wir damit unserem großen Ziel einen weiteren Schritt näher:

dem Weg vom Wissen zur Weisheit.

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